chronik

Chronik

Chronik

Die ersten Vorsitzenden, Gründungsmitglied Ferdinand Egle, Ehrenvorsitzender (+) li. und Volkmar Müller (+) re.

Beratende Ingenieure - Vermessung -
abv - ein Arbeitskreis im BDB Baden-Württemberg
Eine berufsständische Gemeinschaftsleistung

Im Jahre 1965 wurde von den Kollegen Rolf Eurich, Heinz Helle, Hansjörg Rappold, Heinz Schurer, Eugen Schempp und Walter Köpf im so genannten „Tübinger Kreis“ der Grundstein gelegt für den abv. In einem ersten Schreiben des Kollegen Helle führte dieser damals aus: „Die Entwicklungen in unserem Beruf bringen es mit sich, dass immer neue Fragen und Probleme auftauchen, die eine Aussprache und ein Zusammenstehen aller freiberuflichen Kollegen wünschenswert erscheinen lassen.“ Aus dem Tübinger Kreis war eine Arbeitsgruppe im Baumeisterbund geworden und später der Arbeitskreis der freiberuflichen Vermessungsingenieure, der seine Bedürfnisse nach außen artikulierte und damals schon Referenten zu bestimmten Themen eingeladen hatte.

Nachdem Kollege Helle dies angezettelt hatte, war im Februar 1966 Kollege Schempp zum ersten Vorsitzenden gewählt worden, der die nun folgenden Schreiben zusammen mit Helle unterzeichnet hatte. Begleitet wurden all diese Aktionen vom damaligen Präsidenten des BDB, Herrn Karlheinz Kley, der selbst zwar beamtet war, in dem aber Zeit seines Lebens ein Freiberuflerherz pochte. Im September 1974 übernahm Kollege Ferdinand Egle für den erkrankten Kollegen Schempp den Vorsitz des abv und hielt ihn bis zur Mitgliederversammlung 1986, bei der er zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden war. Egle war durch und durch ein Entrepreneur mit Charisma und brachte seine Kollegen stets gut in Stellung gegen die überbordende Ministerialbürokratie. Auch stärkte er seinen Mitstreitern und Gleichgesinnten den Rücken und war maßgeblich beteiligt bei der Aufnahme von Vermessungsleistungen in die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), die mit ersten Inhalten zum außerörtlichen Straßenbau im Jahre 1988 erschienen war.

In der Folge übernahm Volkmar Müller aus Stuttgart das Heft des abv und führte es engagiert und in bravouröser Weise bis zu seinem allzu frühen Tod im Jahr 2001. Heute ist Günter Littau aus Waiblingen der Mann, der die freiberuflichen Vermessungsingenieure zusammenhält, was immer schwieriger wird in Zeiten des Internets, das zwar den Informationsbedarf teilweise abdecken kann, eine Interessenvertretung des Berufstandes jedoch nie und nimmer ersetzen kann.

Heute ist der abv überwiegend präsent im Landtag von Baden-Württemberg, bei Ministerien, den nachfolgenden Verwaltungseinheiten und bei den unteren Baurechtsbehörden. Die Vermessungsingenieure sind nach wie vor akribisch damit bedacht, dass sie von der Politik nicht vergessen werden, wie dies bereits 1965 geschehen sollte. Erste Ansätze sind schon wieder erkennbar unter anderem beim Deckmäntelchen der Entbürokratisierung, z.B. beim Lageplan zum Bauantrag.

Das vom Landtag im Jahr 1990 beschlossene Ingenieurkammergesetz für Baden-Württemberg hatte den Beratenden Ingenieuren - Vermessung - zwar die öffentlichrechtliche Absicherung ihrer Berufsausübung gebracht und die Kammer hat im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags auch mancherlei Aufgaben für die Beratenden Ingenieure zu erfüllen, sie kann dies jedoch nur global tun. Der Arbeitskreis gibt nach wie vor die Themen an und begleitet deren Umsetzung in den Kammerorganen. Der abv ist der Motor, die Kammer das Vehikel.